Die Fahrlehrerversicherung

Jeder, der in Deutschland einen Führerschein macht, geht in die Fahrschule. Privat bei den Eltern oder in der Schule das Fahren lernen, wie das in den USA der Fall ist, das gibt es bei uns nicht. Die Fahrlehrer haben dabei aber eine hohe Verantwortung. Denn sie fahren mit jungen Menschen durch die Gegend auf dem Fahrersitz, die noch niemals in brenzlige Situationen im Straßenverkehr gekommen sind. Aus diesem Grund haben die Fahrlehrer auch eine ganz besondere Art von Autoversicherung – die Fahrlehrerversicherung. Diese tritt auch dann ein, wenn Fahranfänger im Straßenverkehr fatale Fehler gemacht haben, sich also grob fahrlässig benahmen und es zu einem schweren Unfall kam. Dies kann auch dann vorkommen, wenn der Fahrlehrer tatsächlich aufmerksam war und noch versuchte einzugreifen. Es sind nämlich Millisekunden, die darüber entscheiden, ob es kracht oder nicht!

Foto: Benjamin Klack  / pixelio.de
Foto: Benjamin Klack / pixelio.de


Exoten-Versicherung

Bei den vielen hundert Fahrschulen, die es in Deutschland gibt, handelt es sich bei dieser Versicherung natürlich um einen Exoten-Versicherung, die auch nicht von allen Gesellschaften angeboten wird. Es handelt sich schließlich nur um einen kleinen Kreis von Verbrauchern, die diese Art von Versicherung überhaupt benötigen. Erstmals wurde die Fahrlehrerversicherung im Jahr 1952 auf dem Markt angeboten. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch nicht viele Fahrlehrer und die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge bewegte sich in einem Rahmen von 1 Million.

Situation heute

Die Zahl der angemeldeten Fahrzeuge stieg danach aber rasant an. Dies ist auch dem Umstand zu verdanken, weil 1950 der Ratenkredit entwickelt wurde und es immer mehr Verbrauchern möglich war sich sowohl Auto wie auch Versicherung zu leisten. Inzwischen ist auch die Anzahl der Fahrschulen erheblich gestiegen. Schon in den 1970er gab es rund 16.000 Versicherte, die die Fahrlehrerversicherung abschlossen. Versichert ist hier die Haftung des Fahrlehrers, die sich daraus ergibt, dass er es dem Fahrschüler beibringen muss sich im Straßenverkehr zu bewegen bzw. mit dem Auto umzugehen. Ohne den praktischen Weg auf die Straße geht es leider nicht. Wer sich nur in einem Übungspark bewegt, der wird leider nicht mit den Situationen konfrontiert, die auf der Straße lauern. Das Gesetz sieht dabei vor, dass der Fahrlehrer im Falle eines Unfalls haften muss für die Fehler von seinem Fahrschüler.